Echtzeitmarketing: Für wen es sich lohnt & Best Practice Tipps

Sascha Welters, seit Februar 2015 Head of Brand Strategy für Twitter Deutschland, ist der Überzeugung: Für jedes Unternehmen kann sich Echtzeitmarketing lohnen. Wir haben mit ihm darüber gesprochen, was Twitter unter Echtzeitmarketing versteht, wie Unternehmen ihre Echtzeitkommunikation managen sollten und mit welchen kleinen Kniffen ein Marketer in Echtzeit auf seine Zielgruppe reagieren kann. 

Sascha, was bedeutet denn nun Echtzeitmarketing für Twitter? Muss ich mit meiner Marke jetzt jedes Fußballspiel kommentieren?

Nein, Echtzeit bedeutet nicht, dass da ein Fußballspiel ist, das ich als Marke kommentiere. Das ist sicherlich eine Möglichkeit und es gibt gute Wege, wenn man selbst Sponsor ist. Viel mehr meine ich aber die Situation, wenn jemand auf Twitter über Kaffee redet: Dann wissen wir, dass diese Person in DIESEM Augenblick mit dem Thema Kaffee interagiert. Und das ist für jeden Kaffeeröster ein toller Moment, nämlich ein deutlich affinerer Moment als es jede 20.15-Uhr-Prime-Time sein kann. Wenn der User mit einem Thema interagiert, muss ich da sein als Marke und meine Nachricht ausspielen. DAS ist Echtzeitmarketing. Live muss also nicht immer nur ein Live-Event wie eine Fußballweltmeisterschaft sein. Sondern live kann auch sein: Der User interagiert gerade mit einem bestimmten Thema.

 

 

Wie plane ich dann diese Kommunikation in Echtzeit am besten?

Ich muss zuerst die Themen sehen, die ich mit meinem Unternehmen habe und die ich mit meinen Produkten berühre. Wenn ich die kenne, dann finde ich immer auch Konversationen, die in diesem Kontext eine Rolle spielen. Das zweite ist es, eigene Kampagnen zu begleiten. Zuletzt kommt das klassische Live: Das ist ein sehr kurzer Kontakt, aber man kann sich darauf gut vorbereiten.

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Hast Du ein Beispiel, wie man sich vorbereiten sollte?

Viele haben noch den Snicker-Tweet in Erinnerung, als der Fußballer Luis Suárez den italienischen Verteidiger Chiellini gebissen hat. De facto war der Tweet geplant: Das war eine Studio Session mit uns, in der wir verschiedene Techniken, pro-aktiv und re-aktiv, entwickelt haben. Denn wir wissen ja bei einer Meisterschaft, dass Teams gewinnen und verlieren werden und dass es gelbe und rote Karten geben wird. Darauf kann man sich vorbereiten. Wenn man das in einer Matrix aufbereitet und sich überlegt, in welchem Feld meine Marke etwas zu sagen hat, dann kommt man auch ganz schnell zu gutem Content.

Für welche Unternehmen lohnt sich Echtzeitmarketing?

Mir fallen da keine Ausnahmen ein. Wenn „Live“ verstanden wird als „Der User interagiert gerade mit einem bestimmten Thema“, dann halte ich Echtzeitmarketing für jedes Unternehmen für sehr, sehr sinnvoll.

Danke für das Interview, Sascha!

 


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