KAI TRAEMANN, HEAD OF EDITORIAL VIDEO & SPORT STRATEGY BEI BILD.

Kai Traemann berichtete von 2001 - 2011 nicht nur als Bundesliga-Reporter für BILD über Clubs wie z.B. Werder Bremen, Borussia Dortmund und Bayern München, sondern auch als Nationalelf-Reporter bei Welt- und Europameisterschaften und Olympia. 

Darüber hinaus arbeitete er als Chefreporter bei der BILD am SONNTAG und als Ressortleiter Sport BILD.de. Seit 2015 ist der Grün-weiß-Fußball-Fan Head of Editorial Video & Sport Strategy ebenfalls bei BILD. Hier ist er neben Themen wie z.B. Bewegtbild, Live-Produktionen und Social-Media-Clips auch für die Digitalisierung und Zukunft im Sport zuständig..

Bevor es am 31. Mai 2017 um digitale Markenentwicklung, und (neue) visuelle Formate geht, haben wir Kai Traemann fünf Fragen vorneweg gestellt.


 

BILD Sport produziert auch Videos, die komplett ohne Ton auskommen. Warum eignen sich solche Videos gerade für Sportereignisse? Geht da nicht Atmosphäre verloren?

"Ein Großteil der User schaut Videos – vor allem auf Social-Plattformen wie Facebook – ohne Ton. In der Bahn, in der Schule, in der Uni, am Arbeitsplatz, im Restaurant.

Diesem Nutzerverhalten möchten wir gerne gerecht werden – ohne unsere journalistischen Ziele und Prinzipien dabei zu vergessen. Die besten Tore, Tricks, Tritte und Turbulenzen der Bundesliga funktionieren auch ohne Ton.

Diese Szenen sind actionreich und kurzweilig genug. Meist liefern wir zudem kurze Einordnungen, Zusatz-Informationen oder Zitate in Form von Texttafeln oder Untertiteln. Der User nimmt es dankend an…."

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Was sind deine 3 Tipps, was ein Video ohne Ton haben sollte, um zu funktionieren?

"1. Schneller, dynamischer Einstieg – die ersten Sekunden entscheiden!

2. Optimale journalistische Auswahl der Bilder und entsprechende Einordnung und Ansprache im Video und im Post.

3. Emotionale Bilder! Der User muss nah dran, fast schon drin sein."


Mit digitaler Markenentwicklung befasst sich die BEEF4BRANDS am 31.Mai 2017 in München. Mit an Bord: Kai Traemann.
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www.beef4brands.com 

Produziert ihr Videos für YouTube und Facebook unterschiedlich? Was funktioniert in welchem Kanal am besten?

"Wir versuchen, Plattform-optimiert zu arbeiten, ja.

Youtube-Videos werden sehr gezielt konsumiert, gern auch in längerer Version, mit Ton. Wenn wir dort zu viele Texttafeln einsetzen, dann bekommen wir schon mal User-Kommentare, die sich darüber aufregen.

Der Austausch mit der Community ist in der Hinsicht sehr hilfreich und spannend, oft entstehen daraus auch neue Videos, weil sich die User gezielt äußern und sich auch mal etwas wünschen – und dann erfüllen wir diese Wünsche gerne. 

Bei Facebook setzen wir auf kürzere Stücke, die schnell auf den Punkt kommen. Ohne Opener. Oft ohne Vertonung. Der Clip muss so prägnant sein, dass der User Lust hat, dieses Video zu kommentieren oder zu teilen. Die Geschichte und der Wow-Effekt sind entscheidend – rede ich mit meinen Freunden drüber? Poste ich den Clip in meiner Whatsapp-Gruppe? Teile ich ihn auf Facebook? Nur dann ist er richtig gut.

Bei Live-Shows hingegen streamen wir ein Signal für beide Kanäle und zudem auf BILD.de.

Der Live-Moment muss dann so spannend sein, dass sowohl der Facebook- als auch der BILD.de- und Youtube-User sich gut informiert oder unterhalten fühlt."

Nativer Content wird von Facebook in der Timeline im Vergleich zu Embedded YouTube Videos gepusht. Wie kalkuliert Ihr den Algorithmus ein, um mehr Reichweite zu erhalten?

"Wir werten täglich aus, welche Themen in welchem Format (Video, Foto, Linkposting) auf welchem Facebook-Account wie viel Reichweite und Reactions bekommen.

Daraus leiten wir ab, welche Zielgruppen wir auf den einzelnen Accounts haben und richten unsere Inhalte entsprechend daraufhin aus, aber nicht ausschließlich: Unser Anspruch auf Facebook ist es stets, datengetriebenes Arbeiten mit dem journalistischen Anspruch der Marke BILD zu verbinden."

Wo geht die Reise hin? was macht ihr zukünftig mit Facebook live? Siehst Du weitere Entwicklungen? 

"Spannende Frage! Ende 2015 war noch nicht klar, wie Facebook live Ende 2016 aussehen und ankommen wird. Nun haben wir Tausende von Livestreams produziert, sehr viele Erfahrungen gesammelt und stellen uns entsprechend für 2017 auf.

Der Sport-Fan will nah dran sein, direkt und unkompliziert Fragen stellen können. Unsere Reporter sind nah dran – und können direkt und unkompliziert Antworten geben oder Antworten der Stars im Livestream einholen. Unsere Voraussetzungen sind also bestens.

Wir wollen live sein, wenn sich live lohnt. Das kann mal die Pressekonferenz sein, mal das Training, mal der Interviewtermin, mal die Fragestunde mit dem Reporter – bei bestimmten Geschichten auch alles an einem Tag. Das Gefühl und Gespür dafür entwickelt sich bei BILD sehr gut und schnell. 

Spannende Fragen für 2017: Wie könnte Facebook live ohne viel Ton aussehen? Machen einige Bundesliga-Klubs weiter dicht und sperren sich gegen Livestreams von Medienhäusern? Wie lässt sich Facebook live gut vermarkten?"


Vielen Dank für das Interview, Kai. 

Mit dem Thema digitale Markenentwicklung befasst sich die BEEF4BRANDS am 31. Mai 2017 in München! Mit an Bord: Kai Traemann.
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