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Virtual Reality

Virtual Reality (= virtuelle Realität oder kurz: VR) bezeichnet eine Hardware-Software-Kombination, die es Menschen erlaubt, in eine zweite, dreidimensionale Welt einzutauchen. Obwohl Menschen in der Wirklichkeit mit dreidimensionalen Objekten interagieren, haben Displays über viele Jahre nur die Darstellung zweidimensionaler Objekte ermöglicht (mit x- und y-Achse). Durch zusätzliche Informationen über die Tiefe eines Objekts (depth cues der z-Achse) konnte die Dreidimensionalität eines zweidimensional erfassten Objektes zwar angedeutet werden, doch Interaktionen im dreidimensionalen Raum blieben unmöglich. 

Dies hat sich im Jahr 2016 durch neue technische Innovationen geändert. VR-Brillen verschiedenster Hersteller wie HTC, Facebook, Sony oder Samsung versprechen, die Seh- und Spielegewohnheiten der Konsumenten zu revolutionieren. So machen es die VR-Brillen HTC Vive oder Oculus Rift Nutzern nun in speziellen Software-Anwendungen möglich, im dreidimensionalen Raum zu interagieren. Die HTC Vive kam als erste VR-Brille im April 2016 auf den Markt, einen Monat folgte auch das größte Konkurrenzprodukt Oculus Rift. Doch die ersten Kundenrezensionen zu ihren VR-Erlebnissen fielen oftmals nicht so positiv aus, wie von den führenden Unternehmen erhofft: Vielfach wurde über die geringe Displayauflösung, unhandliche Controller-Steuerung und komplizierte Verkabelung der VR-Brillen geklagt. Die Absatzzahlen der bis zu 900€ teuren Hardware stagnierten. Entsprechend reagierten die Hersteller mit Hardware-Adaptionen: Beispielsweise stellte die HTC Vive im November 2016 ein Akku-Kit für Entwickler vor, dass die VR-Brille 90 Minuten lang drahtlos betreiben kann.

Wie sich der Virtual-Reality-Markt in den nächsten Jahren entwickeln wird, ist derzeit noch schwer abschätzbar. Zumal es ganz unterschiedliche Märkte für VR-Produkte gibt: Neben Spiele- und Film-Anwendungen für den Privathaushalt könnte Virtual Reality in den kommenden Jahren auch eine entscheidende Rolle in wissenschaftlichen Fachdisziplinen wie der Medizin, der (Landschafts-)Architektur oder der Molekularbiologie spielen. Schließlich wird durch die Interaktionsmöglichkeiten im dreidimensionalen Raum eine ganz neue Modellierung ermöglicht, die z.B. in der Ausbildung neuer Fachkräfte zum Einsatz kommen könnten. So könnte es Studenten der Medizin schon bald möglich sein, komplizierte chirurgische Eingriffe zunächst in der virtuellen Realität einzuüben, bevor sie diese in der Praxis anwenden müssen.