Popover Right
Popover Left

Mobile E-Mail

Bis heute gehört das Lesen und Beantworten von Emails zu den meist genutzte Funktion auf mobilen Endgeräten, wie die Initiative D21 in ihrer Untersuchung 2014 feststellte. Demnach wird diese Funktion nur von der Nutzung von Instant Messengern wie zum Beispiel WhatsApp geschlagen.

Bereits 2013 konnte der Email-Spezialist Litmus feststellen, dass über 50 Prozent aller Emails auf einem mobilen Gerät geöffnet wurde, es folgte der Desktop mit 29 Prozent und Webmail mit 20 Prozent. Die meist genutzten Email-Clients waren Apple iPhone (26%), Outlook (14%), Google Android (12%), Apple iPad (12%), Apple Mail (8%), Gmail (6%), Outlook.com (6%), Yahoo! Mail (5%), Windows Live Mail (3%) und Windows Mail (2%). Darüber hinaus konnte Litmus ermitteln, dass über 96 Prozent aller Email-Nutzer ihre Mails sowohl am Desktop als auch mobil lesen und bearbeiten.

Dies zeigt deutlich, dass Unternehmen, die Email-Marketing betreiben oder intensiv mit ihren Stakeholdern mittels Email kommunizieren, die spezifischen Anforderungen bei der mobilen Email-Nutzung beachten müssen und dabei gleichzeitig die stationäre Nutzung nicht vernachlässigen dürfen.

Im Weiteren soll schwerpunktmäßig das Email-Marketing gegenüber Konsumenten betrachtet werden. Im rein geschäftlichen Email-Verkehr gelten weniger strenge Vorschriften.

Lesezeiten angeben

Selbstverständlich sollten die Inhalte, die im Email-Marketing genutzt werden, für die Empfänger werthaltig sein. Kürzere Texte sind zu bevorzugen, doch sofern die Inhalte interessant genug sind, werden die Nutzer auch längere Mailtexte am mobilen Gerät bis zum Ende lesen.

Das Lesen mobiler Mails wird mit Sicherheit häufig in einer Umgebung stattfinden, die von vielen Ablenkungen und Unterbrechungen gekennzeichnet ist. Es ist also für den Nutzer wichtig, die Inhalte später wieder zu finden, um sie ggf. noch einmal in Ruhe lesen zu können.

Die Email-Clients bieten hier verschiedene Funktionen zum Bookmarken an. Eine weitere Möglichkeit als Absender wäre es aber auch seine einzelnen Inhalte bei Instagram zu hinterlegen und über einen Link zugänglich zu machen. So können sie dort bequem noch mehrmals gelesen werden können.

Es kann für die Nutzer auch hilfreich sein, wenn in der Email bei den Inhalten vermerkt ist, wie lang das Lesen dauern wird. So wird man einen Artikel, der mit „Lesezeit 12 Minuten“ gekennzeichnet ist, ggf. gleich bookmarken, um ihn später an einem anderen Endgerät und/oder in Ruhe zu lesen.

Design und Layout

Da im Email-Marketing oftmals die Inhalte aus Text und Bildern oder Grafiken bestehen, sollte für eine optimale Darstellung ein responsives Design verwendet werden. Damit werden die Inhalte unabhängig von der Größe des Screens immer optimal angezeigt.

Die Inhalte sollten klar strukturiert sein (ein- oder auch mehrspaltig oder in Blöcken), die Schrift ausreichend groß und Links so in die Inhalte eingepasst, dass sie leicht erreichbar sind und nicht aus Versehen geklickt werden.

Scrollen wird meist als störend empfunden, sowohl das waagerechte als auch das senkrechte. Das waagerechte Scrollen sollte durch das oben beschriebene, optimierte Layout ganz vermieden werden. Wenn möglich kann man auch das senkrechte Scrollen minimieren, indem man zum Beispiel einen Text so konzipiert, dass er genau in den Screen passt und ein Scrollen nicht notwendig ist.

Registrierung und Opt-In

Viele Services benötigen für eine individuelle Nutzung die Registrierung bzw. Anmeldung des Nutzers. Auf den ersten Blick sollte man meinen, dass hierfür ein Benutzername und ein Passwort ausreichen und die Erhebung der Mailadresse im Grunde unnötig ist.

Viele Unternehmen erfragen von den Nutzern dennoch die Mailadresse. und mit dieser Vorgehensweise sind einige Vorteile verbunden:

  • Mit der Emailadresse ist eine persönliche Ansprache des Nutzers auch ausserhalb des Services und zeitlich versetzt möglich, sofern hierzu die Erlaubnis eingeholt wurde (siehe hierzuden Fachartikel "E-Mail Markering rechtskonform umsetzen" von Nina Diercks)
  • Cross- und Upsells werden erfolgreich mit Email-Marketing durchgeführt.
  • Der Nutzer wird verifiziert und man vermeidet „Fake-Nutzer“
  • Der Nutzer kann sein Passwort zurück setzen oder sich ein neues per Mail zusenden lassen

Da es sich bei einer Mailadresse um ein personenbezogenes Datum handelt, muss dessen Erhebung und Nutzung durch das Unternehmen in der Datenschutzerklärung berücksichtigt werden. Damit sich der Nutzer nun mit der Datenschutzerklärung einverstanden erklären kann, wird ein Opt-In-Verfahren benötigt. Als Anbieter muss man wiederum diese Einwilligung beweisen können, so dass hier nun das Double-Opt-In-Verfahren Anwendung findet, bei dem der Nutzer durch Klicken auf einen Link in der Registrierungsmail ausdrücklich zustimmt.

Bisher spannend? Jetzt für mehr regelmäßige Highlights zu unseren DIGITAL | FACTS anmelden:

Double-Opt-In auf mobilen Geräten

Der Double-Opt-In-Prozess ist etabliert, von den Nutzern gelernt und verstanden. An einem Desktop-Rechner sieht er wie folgt aus:

  1. Registrierungsformular ausfüllen
  2. Email abwarten, zum Mail-Client wechseln
  3. Email öffnen und den darin enthaltenen Link klicken
  4. Fertig. Der Nutzer ist angemeldet, verifiziert und hat seinen Willen klar ausgedrückt.

An einem mobilen Endgerät verläuft dieser Prozess nicht ganz so flüssig sondern enthält mehrere Brüche:

  1. Registrierungsformular in der App ausfüllen
  2. Email abwarten, zur Mail-App wechseln
  3. Email öffnen und den darin enthaltenen Link klicken
  4. Browser öffnet sich und zeigt eine Bestätigungsseite
  5. Zurück zur App wechseln
  6. Die gemerkten Anmeldedaten erneut eingeben
  7. Fertig.

Dies ist wenig nutzerfreundlich und es lohnt sich, über Optimierungen und Alternativen nachzudenken. So können zum Beispiel durch Deep Linking Schritte vermieden werden, indem der Nutzer automatisch nach der Bestätigung in die App oder den Service zurück geleitet wird.

Denkbar ist auch, dass sich die Nutzer mit anderen, bereits existierenden Accounts wie Facebook oder Google anmelden (OpenID).

Ebenfalls möglich ist es, den Prozess dahin gehend zu verändern, dass die Nutzung der App oder des Service zunächst, eingeschränkt oder befristet in vollem Funktionsumfang, möglich ist und der Nutzer seine Emailadresse innerhalb eines definierten Zeitraums bestätigen muss.

Dies ist weitaus nutzerfreundlicher. Das Unternehmen muss hierbei jedoch beachten, dass in dem Zeitraum zwischen Registrierung und Bestätigung durch den Nutzer die Mailadresse insbesondere für werbliche Ansprachen nicht genutzt werden sollte, da die Zustimmung (Double-Opt-In) noch nicht vorliegt.

Fazit

Um eine optimale Nutzererfahrung beim Email-Marketing zu sichern, sollten interessante Inhalte in einem für verschiedene Screengrößen optimalen Design ausgeliefert werden. Hier steht das bequeme Konsumieren und Teilen bzw. Bookmarken im Vordergrund. Ebenso sollten Registrierung- und Anmeldeprozesse überprüft und an den mobilen Kontext angepasst werden. Dabei liegt das Hauptaugenmerk auf kurzen und bequemen Prozessen ohne Brüche und dem schnellen Zugang zum gewünschten Service.

Rolle der E-Mail 
für Social, Mobile und Collaboration

  • 04 February 2015
  • Philipp Hoffrichter

Der Stand der E-Mail im Kommunikationsmix? Betrachtung von Marketing, Service & Collaboration. 

mehr lesen