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Das Bewegtbild im Internet

Bewegtbilder sind aus dem Internet heutzutage nicht mehr wegzudenken. Private Videos, Werbung, TV-Sendungen oder Filme – die Masse an täglich neu hinzukommenden Videos lässt einen Überblick über das Angebot kaum mehr zu. Bewegtbildmarketing steht damit in seiner Blüte, allerdings in einem Meer aus Blumen. Werbevideos haben eine hohe Reichweite und sind Texten und Bildern zudem überlegen, da sie den Konsumenten durch audiovisuelle Einwirkung auf einer anderen Ebene ansprechen und somit die Kontaktherstellung erleichtern. Klassische Werbeformate im Netz werden so immer mehr verdrängt. Doch die Konkurrenz ist groß.

Die Community des größten und bekanntesten Videoportals YouTube hat sich seit seiner Gründung im Jahr 2005 stetig vergrößert und erfreut sich seither großer Popularität. Der Video-Upload auf YouTube hat quantitativ im letzten Jahrzehnt eine signifikante Veränderung erfahren; zwischen Mai 2008 und Juli 2015 ist er kontinuierlich gewachsen. Im Juli 2015 wurden pro Minute durchschnittlich 400 Stunden Videomaterial pro Minute hochgeladen. Im Vergleich hierzu: Im Mai 2008 waren es lediglich 13 Stunden Videomaterial pro Minute.

Laut der ARD/ZDF-Onlinestudie 2016 lag der Anteil der Befragten, die Videoportale wie YouTube, MyVideo oder Clipfish verwenden, im Jahr 2016 bei 77%. Im Jahr 2008 lag dieser noch bei 51 %.

YouTube ist mittlerweile jedoch schon länger nicht mehr alleiniger Anbieter von Bewegtbildern. Andere soziale Netzwerke wie Facebook, Instagram, Twitter, Vine, Snapchat oder Tumblr haben sich zu ernstzunehmende Konkurrenten etabliert. Den Internetnutzern steht somit ein breites Angebot an Videoportalen zur Verfügung.

Doch wie hoch ist die tägliche Nutzungsdauer von Bewegtbildinhalten über das Internet eigentlich durchschnittlich? Laut einer Statistik von TNS Convergence Monitor lag die durchschnittliche Nutzungsdauer im Jahr 2015 von Bewegtbildinhalten über das Internet bei 18 Minuten pro Tag. Im Jahr 2014 waren es noch 11 Minuten pro Tag.

Take aways

1. 2015 wurden ca. 400 Stunden Videomaterial pro Minute hochgeladen. Vergleich 2008: 13 Stunden.

2. Die durchschnittliche Nutzungsdauer von Online-Bewegtbild lag im Jahr 2015 bei 18 Minuten pro Tag.

3. View ist nicht gleich View: YouTube zählt ab 30 Sekunden einen View, auf anderen Plattformen reichen 3 Sekunden.

4. 60% der Marketer verwenden Videos für das Marketing. Weitere 73% planen mehr Videos zu verwenden.

5. Facebook ist das wichtigste soziale Netzwerk für Marketer.

Eine hohe Anzahl an Views spricht Nutzer an, doch wie werden sie gezählt?

Es ist schwer die sozialen Netzwerke direkt miteinander zu vergleichen, da sie den Nutzern unterschiedliche Features zur Verfügung stellen. Auch die Messungen und Statistiken der Views unterscheiden sich teilweise enorm. Views und Interaktionen müssen deswegen im Zusammenhang mit den Videos im Detail ausgewertet werden. Insbesondere erweisen sich die unterschiedlichen Ansätze der Messungen als problematisch.  So muss auf YouTube ein Video mindestens 30 Sekunden lang angesehen werden, um einen View zu bekommen. Bei Facebook, Instagram und Tumblr dagegen reichen 3 Sekunden. Auf Vine müssen die auf 6 Sekunden beschränkten Videos sogar komplett angesehen werden, gezählt wird hier in Loops. Auf Twitter und Snapchat reicht es, das Video anzuklicken, die Views werden mit Klicks bzw. Taps gezählt. Bei Twitter, Snapchat und Tumblr werden die Views jedoch nicht öffentlich gezählt.

Ein weiterer signifikanter Unterschied findet sich in den unterschiedlichen Beschränkungen der Videolängen der Portale. Auf YouTube gibt es mittlerweile keine Beschränkung mehr. Facebook erlaubt Videos mit maximal 2 Stunden Länge oder 4 Gigabytes Umfang, Tumblr beschränkt sich auf 5 Minuten bzw. 100 Megabytes pro Ordner und Instagram lässt gerade einmal 60 Sekunden Videomaterial am Stück zu. Die User von Twitter dürfen sogar nur 30 Sekunden online stellen, Snapchat beschränkt sich auf 10-sekündige Clips (oder verschiedene Clips als Story) und am kürzesten ist die erlaubte Länge von 6 Sekunden auf Vine.


Über die Vor- und Nachteile von KPIs für Marketers hat Sascha Welters (Head of Brand Strategy, Twitter) mit uns gesprochen. >> Zum Interview.


 

Auto-Play und Default Audio State

Auf allen oben genannten sozialen Netzwerken ist Auto-Play eingerichtet. Große Unterschiede bestehen zwischen den Plattformen jedoch hinsichtlich des Audiomaterials: Bei Facebook, Instagram und Tumblr werden die Videos grundsätzlich erst einmal ohne Ton abgespielt, welcher dann optional eingeschaltet werden kann. So wurde Video-Content auf Facebook im zweiten Quartal 2016 täglich von ca. 28 % der Facebook-Nutzer gesehen. Da die meisten Videos auf Facebook aber im Autoplay-Modus angespielt werden, geschah dies ohne Ton.

Ein guter Case, um sich vor Augen zu führen, wie Videos auch ohne Ton funktionieren können, gibt es bei Bild Sport. Viele Videos von Bild Sport werden so konzipiert, dass sie optional mit oder ohne Ton angeschaut werden können – Das fördert auch Barrierefreiheit. Um die Videos für beide Situationen ansehnlich zu machen, wird ein Kommentar eingefügt, der das Video erklärend unterstützt. Dem Nutzer ist es somit möglich, Videos auch ohne Ton im Büro oder in der U-Bahn anschauen zu können. Zudem kann man so auch Fußballspiele ohne Ton anhören, um den manchmal als störend wahrgenommenen Kommentar auszublenden und die Stadionatmosphäre allein genießen zu können. Ohne dabei aber auf das Verständnis verzichten zu müssen.

Geld verdienen mit sozialen Netzwerken

Während YouTube lange Zeit die einzige Plattform war, die ihren Nutzern Geld für die Views von Videos bietet, versucht Facebook diesem Konzept derweil Konkurrenz zu machen. Auch hier wird man mittlerweile für erfolgreiche Videos bezahlt. Die Nutzer sollen so motiviert werden, mehr Videoinhalte auf Facebook zu posten. Auch die Qualität der geposteten Videos soll somit verbessert werden. Aber auch mit Instagram und Co. lässt sich Geld verdienen. Dies geschieht dabei aber hauptsächlich in Form der Nutzerprofile als Werbeplattformen, sei es als Privatperson oder für ein Unternehmen.

Für alle, die mehr Informationen rund um das Geldverdienen in sozialen Netzwerken haben möchten, gibt es hier noch eine interessante Auflistung der verschiedenen Möglichkeiten.

Bewegtbild und Marketing

Bewegtbilder haben also eine wichtige Funktion im Bereich Social Media Marketing eingenommen. Auch Live Videos gewinnen immer mehr an Bedeutung. Im 2016 Social Media Marketing Industry Report wurde untersucht, welche sozialen Netzwerke von den Personen benutzt werden, die am meisten in das Social Media Marketing investieren. Der Report entstand unter Michael Stelzner, Gründer von Social Media Examiner, das unter den Top10 Marketing-Podcast auf iTunes rangiert. Für den Report wurden über 5.000 Marketer, die sich seit Jahren mit diesem Thema beschäftigen, befragt, welche Vorteile sie durch das Social Media Marketing erlangt haben.

Ein Befund: Facebook ist das wichtigste soziale Netzwerk für Promoted Posts. 86% der Befragten Marketer nutzen regelmäßig Facebook Ads. Im Vergleich hierzu: Twitter Ads werden nur von 18% regelmäßig verwendet. Dabei spielt visuelles Bildmaterial eine extrem wichtige Rolle, da mittlerweile 37% der Marketer in erster Linie Bilder und Fotos als Content ausspielen. Des Weiteren setzt knapp ein Viertel Bewegtbild ein: 21% posten Videos und 2% setzen sogar auf Live Video Content. 

Ganz klar ist im Marketing Bewegtbild auf dem Vormarsch. Im Verlauf des Jahres 2016 wollen 73% der Befragten die Verwendung von Videomaterial für Werbezwecke ausbauen. Im Bereich Live Video sieht das natürlich vergleichsweise verhaltener aus. Hier sagen nur knapp 40%, dass sie ihren Content ausbauen wollen. Im Gegenteil sind sogar ca. 50% der Meinung, dass sie auch das gesamte Jahr 2016 auf Live Video Content verzichten können.

Insgesamt sind sich die Marketer sehr unsicher, wie ihr Marketing auf Facebook wirklich ankommt. 35% der Befragten wissen nicht, ob ihr Facebook Marketing effektiv ist. Doch Videos sind ein guter Ausweg aus der Unsicherheit. Immerhin 62% aller B2B-Marketers sind sich sicher, dass ihre Videos eine effektive Content Marketing Strategie darstellen (B2B Content Marketing Report 2016).

 

Fazit

Die oben genannten sozialen Netzwerke haben eines gemeinsam: Sie sind Portale, die ihren Nutzern die Möglichkeit bieten Inhalte in Form von Videos online zu stellen und zu verbreiten. Im Detail verfolgen sie jedoch unterschiedliche Ziele und passen so auch ihre Features, wie z.B. Videolänge, Auto-Play, Ton etc. an. Um ein Video erfolgreich an die Massen zu bringen ist es wichtig, dass man sich bewusst ist, welches Publikum man ansprechen möchte, welchen Inhalt man verbreiten möchte und welchen Effekt das Video auf die Zuschauer haben soll. Bewegtbilder haben sich in den letzten Jahren fest in sozialen Netzwerken verankert. Insbesondere Marketer müssen somit den Gebrauch von Bewegtbildern in sozialen Netzwerken erhöhen, um weiterhin erfolgreich zu werben und ihre Konsumenten zu erreichen.