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Social Business, Enterprise 2.0 und Social Collaboration. Wortwelten und Abgrenzung

Social Business

Der Begriff Social Business bildet ein gemeinsames Dach für die neuen Begriffswelten, die im Zusammenhang mit Unternehmen, Vernetzung, Zusammenarbeit und Wissen entstanden sind. Auch wenn aus der Historie heraus der Begriff einen Marketingursprung hat, so gibt es von der reinen Wortbedeutung her eine übergeordnete Struktur. Er zeigt, dass Unternehmen mit der Orientierung am Social Web, deren Anwendungen, Methoden und Philosophien, eine neue Art des Unternehmens schaffen können. Ein Unternehmen, das nach außen wie auch nach innen vernetzt ist, Wissen sichtbar und nutzbar macht und die Stakeholder in die Wertschöpfung einbindet.

IBM hat hinsichtlich Marketing und Vermarktungsbestrebungen diesen Begriff geprägt. Zur Zeit seiner Entstehung waren die Wörter Social und Business in keinem näheren und beschreibenden Zusammenhang gefügt worden und haben daher eine gute Basis für eine Marketing Brand ergeben. IBM hat somit für sich einen Markenwert in Bezug auf die Software und die Vernetzung des Unternehmens geschaffen. Dennoch ist der Begriff auch über diese Markenwelt hinaus geläufig und unter den oben genannten Aspekten und Ansätzen des Web 2.0 bekannt.

Enterprise 2.0

Im Gegensatz zum Begriff Social Business wurde Enterprise 2.0 wissenschaftlich geprägt. Viele werden wissen, dass der Ursprung auf Andrew McAfee’s Arbeiten und Beiträge zurückzuführen ist. Der Ursprung stammt also aus der Betrachtung von Anwendungen und Möglichkeiten, die sich durch das Web 2.0 ergeben. Ganz klar liegt hier der Fokus vor allem auf dem Binnenkonstrukt des Unternehmens – das Unternehmen als geschlossenes Ökosystem. Zudem sollte angemerkt werden, dass es sich bei Enterprise 2.0 nicht um die Anwendungen an sich handelt, sondern um die Wandlungsbestrebung hin zu einem neuen Organisationsmodell. Der Begriff bleibt somit in der Typologie von 2.0 und setzte sie mit dem Web 2.0 gleich.

Social Collaboration

In Kanon von Social Business und Enterprise 2.0 wird auch immer der Begriff der Social Collaboration zu finden sein. Wenn man die Logik des Dachbegriffes und der Verortung weiterführt, dann ist die Social Collaboration als ein Teilgebiet der Enterprise 2.0 anzusehen. Die bisher stattfindende Zusammenarbeit im Unternehmen wird eben durch die Möglichkeiten von Vernetzung, Suche und gemeinsamen Arbeitsplattformen erweitert. Im Grunde erfindet die Social Collaboration die Zusammenarbeit im Team und im Unternehmen nicht neu, sondern fügt die Vorteile der Technologie und der Methoden, wie orts- und zeitunabhängig und Vernetzung hinzu.

Erweitert werden muss das Verständnis von Social Collaboration dann in Bezug auf Social Business an sich. Wenn mit Social Business die Vernetzung und Anwendung von Web 2.0 Technologien, Methoden und Philosophien auf alle Stakeholder des Unternehmens gemeint ist, dann gilt dies natürlich auch für die Zusammenarbeit. Unternehmen können somit Geschäftspartnern, Kunden und Mitbewerbern die Möglichkeit der Zusammenzuarbeiten geben, dies eben auch unter Berücksichtigung der Social Aspekte.

Klare Grenzen der Begriffe?

Werden die Wörter nun in ihrem derzeitigen Kontext betrachtet, scheinen die Grenzen nicht klar zu sein. Die einen sagen, Social Business, Enterprise 2.0 und Social Collaboration sind eigentlich dasselbe. Anderen machen klare Unterschiede und versuchen die Grenzen aufzuzeigen. Doch eine eindeutige Klassifizierung und Abgrenzung erscheint tatsächlich sehr schwierig. Man kann versuchen die Anspruchsgruppen, die Vernetzung und die Ausdehnungen bzw. Verortungen der Begriffe als Klasse anzusehen, wird aber auch hier sehr schnell feststellen, dass eine klare Abgrenzung schwer ist.

Auf den ersten Blick ist eine verortende Unterscheidung nachvollziehbar. Danach wäre Enterprise 2.0 eine Ausrichtung und Entwicklung der Binnenorganisation. Also ist Enterprise 2.0 auch als Teilentwicklung- bzw. -Ausrichtung von Social Business einzuordnen. Social Business ist in diesem Zusammenhang die Verortung von Binnenstruktur in Verflechtung mit Außenstrukturen, Stakeholdern, Maßnahmen und Tools. Die nach Innen ausgerichtete Neugestaltung des Unternehmens richtet sich somit auch nach außen. Es entsteht eine permeable Membrane an der Grenze des Unternehmens, eine Vernetzung mit der Umgebung, mit der Wirtschaft sowie mit den eigenen Handlungsfeldern.

Das große Bild

Vereinfacht lässt sich also folgendes Bild entwerfen: Enterprise 2.0 als die Weiterentwicklung und der evolutionäre Schritt von Unternehmen ist ein System für sich. Es grenzt sich mit organischen, psychischen und sozialen Handlungen gegenüber anderen Bestandteilen und Systemen ab. Darin ist die Social Collaboration eine Handlung bzw. ein Handlungsfeld, das das System Enterprise 2.0 mit dem System Social Business verknüpft bzw. es jeweilig zugänglich macht. Das übergeordnete Konstrukt, in dem sich das System Enterprise 2.0 wiederum auch nur als Operation ansehen lässt, wäre das System Wirtschaft. Die Operationen Unternehmen 2.0 bilden demnach das System Wirtschaft an den sich der Begriff Social Business anschließt. Das System Wirtschaft ist Social Business und die Operation Unternehmen ist Enterprise 2.0.

Wahrscheinlich hat auch jeder Begriff als Differenzierung seine Daseinsberechtigung. Dennoch befassen sich diese Begriffe und Wortgruppen im Kern mit einem ähnlichen Sachverhalt: Es geht um die Nutzung von Web 2.0 und Social Anwendungen und die damit verbundenen Handlungs- und Verhaltensweisen im Kontext des Unternehmens. Dabei spielt die Wertschöpfung des Unternehmens die übergeordnete Rolle. Die Implementierung ermöglicht es dem Unternehmen, die bekannten Vorteile von Vernetzung, Wissen, Kreation und gemeinsamen Arbeiten in den Kontext des Unternehmens zu überführen. Was als Revolution des Internets mit dem Terminus Web 2.0 begann, wird nun zur Neugestaltung, Verbesserung und Erweiterung der Arbeit im Unternehmen genutzt.

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